Gemeinschaftspraxis Dr. Immo Pape & Dr. Henrik Pape

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Glaukom (Grüner Star)

Als Glaukom wurde früher eine Erhöhung des Augeninnendruckes bezeichnet. Hierbei liegt ein Mißverhältnis zwischen Flüssigkeitsproduktion und -abfluß im Auge vor, so dass der Druck im Augeninneren ansteigt. Hierdurch werden die empfindlichen Nervenfasern im Sehnerven geschädigt und es kommt zu einem schleichenden Sehverlust. Da die Erkrankung in den allermeisten Fällen völlig schmerzlos verläuft und die Betroffenen die Sehverschlechterung meist erst sehr spät bemerken, werden allgemein regelmäßige augenärztliche Vorsorgeuntersuchungen empfohlen. Die Kosten für eine solche Vorsorge werden von den Krankenkassen nicht übernommen.

Heutzutage wird das Glaukom nicht mehr alleine durch den Augeninnendruck definiert. Auch die Beurteilung des Sehnerven und eine Untersuchung des Gesichtsfeldes auf eventuelle Ausfälle als Zeichen eines anatomischen Schadens gehören heutzutage zur Diagnostik. Darüber hinaus gibt es seit einigen Jahren auch die Möglichkeit, den Sehnerven mit einem speziellen Laser zu vermessen, um so bei einer späteren Kontrolluntersuchung auch kleinste Veränderungen feststellen zu können. Zudem kann die Dicke der Nervenfaserschicht genau vermessen werden, was ebenfalls in die diagnostische Beurteilung einfließen kann. Auch die Dicke der Hornhaut hat einen Einfluß auf die gemessenen Druckwerte, sie kann ebenfalls mit speziellen Methoden ausgemessen werden.

Die Ursachen für die Entstehung eines Glaukoms sind vielfältig. Die meisten Fälle kommen nach heutigem Stand der Wissenschaft durch altersbedingte Vernarbungsprozesse im Bereich des Abflusskanals für die Flüssigkeit zustande. Weitere Ursachen können beispielsweise auch Ablagerungen im Abflusskanal, medikamentöse Nebenwirkungen (insbesondere Kortison) oder frühere Entzündungen oder traumatische Ereignisse sein. Auch Augenerkrankungen der Eltern können auf die Nachkommen vererbt werden. Die Gründe für die Entstehung eines Glaukoms können also sehr vielfältig sein.

Neben dem klassischen Glaukom gibt es noch das sogenannte Normal- oder Niedrigdruckglaukom. Hierbei kommt es trotz eines eigentlich normalen Augendruckes zu einem fortschreitenden Schaden am Sehnerven mit zunehmenden Gesichtsfeldausfällen. Bei Verdacht auf diese Glaukomform wird der Augenarzt weiterführende diagnostische Maßnahmen durchführen oder empfehlen.

Therapeutisch wird zunächst versucht, den Augeninnendruck mit Augentropfen zu senken. Hierbei ist es sehr wichtig, dass die Tropfen regelmäßig nach Vorgabe des Arztes angewandt werden. Sollte sich der Druck hierbei nicht ausreichend senken lassen, wird die Therapie geändert und es wird ein Behandlungsversuch mit einem anderen Wirkstoff gemacht, gegebenenfalls mit einem Kombinationspräparat aus zwei verschiedenen Wirkstoffen. Bei dennoch nicht ausreichender Drucksenkung oder einem Fortschreiten des Schadens muss als letzte Alternative eine Operation erwogen werden, bei der z.B. ein zusätzlicher Abfluß für die Flüssigkeit aus dem Auge geschaffen wird.

Wichtig anzumerken ist, dass ein einmal eingetretener Schaden der Nervenfasern nicht zu reparieren ist. Jegliche Therapie hat hier zum Ziel, eine weitere Verschlechterung des Sehens aufzuhalten. Da die Sehverschlechterung vom Betroffenen meist erst im fortgeschrittenen Stadium bemerkt wird, sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen dringend zu empfehlen.