Gemeinschaftspraxis Dr. Immo Pape & Dr. Henrik Pape

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Makuladegeneration

Die Makuladegeneration ist eine Erkrankung, die überwiegend bei Menschen über 50 Jahren auftritt (= altersabhängige Makuladegeneration, AMD), kann in seltenen Fällen jedoch auch in jüngeren Jahren auftreten. Der genaue Grund für die Entstehung ist unbekannt. Es gibt Hinweise auf eine genetische Veranlagung, es werden jedoch auch weitere Risikofaktoren wie zum Beispiel eine erhöhte Exposition gegenüber UV-Strahlung diskutiert. Die altersabhängige Makuladegeneration ist heute die häufigste Ursache für den Verlust des zentralen Sehens in den Industrienationen.

Die Makula, auch als "Stelle des schärfsten Sehens" oder "gelber Fleck" bezeichnet, ist der Bereich der Netzhaut (Nervenfaserschicht des Auges), auf den im Idealfall das einfallende Licht gebündelt wird. Die Makuladegeneration betrifft genau diese Stelle, die sogenannte "trockene" Form muss von der "feuchten" Form unterschieden werden.

Die trockene Makuladegeneration ist durch gelbliche Ablagerungen im Bereich der Makula charakterisiert. Sie entstehen durch Stoffwechselstörungen in der Netzhaut und können bei vielen Patienten beobachtet werden. Häufig bleiben diese Ablagerungen stabil oder nehmen im Verlauf von vielen Jahren nur langsam zu, ohne dass der Patient Sehstörungen bemerkt. Eine Sehverschlechterung erfolgt meist schleichend. Im Endstadium kann es zu einer Vernarbung der Makula kommen, die trockene Makuladegeneration kann jedoch auch in eine feuchte Form übergehen.

Beispiele für eine trockene Makuladegeneration Beispiele für eine trockene Makuladegeneration

Bei der feuchten Makuladegeneration kommt es zu krankhaften Gefäßeinsprossungen in die Makula. Diese Gefäße können Flüssigkeit durch die Gefäßwände diffundieren lassen und somit zu einer Schwellung der Makula führen. Zudem können kleine Gefäße platzen und eine Blutung im Bereich der Makula verursachen. Durch die Schwellung kommt es häufig zu einer raschen Sehverschlechterung oder zu Verzerrtsehen. In der Gefäßdarstellung ist erkennbar, dass der Farbstoff aus den Gefäßen in das umliegende Gewebe austritt. Es zeigt sich eine weiße Aufhellung, die der im Gewebe eingelagerten Flüssigkeit entspricht.

Beispiel für eine feuchte Makuladegeneration Beispiel für eine feuchte Makuladegeneration

Gefäßdarstellung einer feuchten Makuladegeneration Gefäßdarstellung einer feuchten Makuladegeneration

Symptome

Die Symptome einer Makuladegeneration können vielfältig sein. Bei der trockenen Form ist die Symptomatik zu Beginn häufig gering ausgeprägt, es kommt meistens zu einer schleichenden Verschlechterung der Sehschärfe. Diese kann jedoch auch über viele Jahre hinweg stabil sein.

Bei der feuchten Makuladegeneration bemerkt der Betroffene häufig eine rapide Sehverschlechterung im Verlauf von einigen Wochen oder sogar wenigen Tagen. Zudem kommt es meistens zu einem deutlichen Verzerrtsehen. Patienten mit einem erhöhten Risiko für die Entstehung einer feuchten Makuladegeneration oder bereits vorhandenen Ablagerungen in der Makula sollten 1x wöchentlich den sogenannten Amsler-Test durchführen. Hierbei muss der Patient auf eine Karte mit einem Gitternetz schauen. Werden die Linien verzerrt wahrgenommen, sollte dringend eine augenärztliche Kontrolle erfolgen. Die Testkarten sind kostenlos beim Augenarzt erhältlich.

Sehr wichtig für den betroffenen Patienten ist der Hinweis, dass die Erkrankung nicht zur vollständigen Erblindung führt. Das zentrale Sehen kann im Verlauf der Erkrankung zwar vollständig erlöschen, jedoch bleibt die Funktion der Netzhautperipherie hiervon unbeeinträchtigt und erlaubt dem Erkrankten, sich dennoch einigermaßen in seiner Umgebung zurechtzufinden.

Vorbeugung / Therapie

Aufgrund der Tatsache, dass der genaue Entstehungsmechanismus der Erkrankung noch unbekannt ist, ist auch eine Vorbeugung schwierig. Patienten mit einer Makuladegeneration können prophylaktisch bei stärkerer Sonneneinstrahlung eine Brille mit UV-Schutz tragen, um einer weiteren Schädigung durch UV-Strahlung vorzubeugen. Es gibt auch bestimmte "Vitaminpräparate", denen ein gewisser Schutzeffekt zugeschrieben wird. Die Wirkung dieser Präparate ist umstritten, da es bisher kaum Studien über Langzeitergebnisse gibt, die eine langfristige Wirksamkeit bestätigen. Beratend kann hier der Augenarzt zur Seite stehen.

Eine Therapie für die trockene Makuladegeneration gibt es heute leider noch nicht. Für bestimmte Formen der feuchten Makuladegeneration wird die sogenannte Photodynamische Therapie (PDT) angewandt. Hierbei wird ein lichtempfindliches Medikament (Visudyne®, Wirkstoff: Verteporfin) in eine Armvene injiziert und dann das krankhafte Netzhautareal über knapp 1,5 Minuten mit einem speziellen Laser bestrahlt. Die Therapie ist schmerzlos, lediglich der helle Laserstrahl wird oft als unangenehm blendend empfunden.

Das therapeutische Prinzip der PDT besteht in einer Aktivierung des Medikamentes im bestrahlten Bereich. Hierdurch sollen die krankhaften Gefäße selektiv im bestrahlten Areal verschlossen werden. In den meisten Fällen sind mehrere Behandlungen im Abstand von ca. 3 Monaten erforderlich. Nach der Behandlung müssen sich die Patienten für 48 Stunden vor Tageslicht schützen, um eine Aktivierung des Medikamentes in den Gefäßen der Haut zu vermeiden, was theoretisch auch hier zu Gefäßverschlüssen führen könnte. Normale Raumbeleuchtung oder Fernsehen in dieser Zeit stellen hingegen kein Problem dar.

Um zu entscheiden, ob eine PDT zur Behandlung der feuchten Makuladegeneration in Frage kommt, ist zuvor die Durchführung einer Gefäßdarstellung mit einem Farbstoff (Angiographie) erforderlich.

Wichtig zu wissen ist, dass die photodynamische Therapie das Ziel hat, den Befund zu stabilisieren und somit eine weitere Sehverschlechterung zu verhindern. Zu einer Verbesserung des Sehens kommt es nur in wenigen Einzelfällen, und auch trotz dieser Behandlung kann es zu einer weiteren Befundverschlechterung und somit zu einem fortschreitenden Sehverlust kommen.

Abhängig von den Ergebnissen der Gefäßdarstellung kann es sinnvoll sein, ein Medikament in das Auge zu injizieren, um das Wachstum der krankhaften Gefäße zu hemmen. In Einzelfällen kann durch eine Operation die Makula rotiert werden. Die Entscheidung über die richtige Therapieform muss vom jeweiligen Befund abhängig gemacht werden.

In den letzten Jahren ist eine weitere Therapieoption für bestimmte Formen der feuchten Makuladegeneration hinzugekommen. Hierbei kann ein Medikament in das betroffene Auge injiziert werden, welches das Wachstum der krankhaften Gefäße der Makula hemmen soll. Dies kann zu einer Verbesserung des Befundes und manchmal auch zu einer merklichen Verbesserung des Sehens führen. Zur Zeit sind auf dem deutschen Markt 2 Medikamente zugelassen: Macugen® (Wirkstoff: Pegaptanib) und Lucentis® (Wirkstoff: Ranibizumab). Ein drittes Medikament Avastin® (Wirkstoff: Bevacizumab) verspricht nach Studienergebnissen eine vergleichbare Wirksamkeit, hat aber keine Zulassung auf dem deutschen Markt. Dennoch wird es in vielen Kliniken mit Einverständnis der Patienten injiziert, da es deutlich kostengünstiger ist als die beiden anderen Wirkstoffe und der Patient in den meisten Fällen einen Teil der Kosten für die Therapie selbst tragen muss.

In der Regel müssen bei diesen Behandlungsformen die Injektionen 3x im Abstand von einigen Wochen wiederholt werden. Hiernach wird eine erneute Gefäßdarstellung durchgeführt, um über einen erneuten Behandlungszyklus zu entscheiden. Die genaue Dauer der Therapie und die Anzahl der Injektionen richten sich nach dem jeweiligen Befund.

Die Injektionen werden in der Regel ambulant und mit einer örtlichen Betäubung durch Tropfen vorgenommen. Bei diesen Behandlungsformen muss sich der Patient jedoch immer über die Risiken bewusst sein. Es ist möglich, dass die Therapie keinen Erfolg zeigt und sich der Befund bzw. die Sehkraft weiter verschlechtert. Darüber hinaus kann es zu postoperativen Komplikationen kommen, die bis hin zum vollständigen Verlust der Sehkraft bzw. des Auges führen können. Hier stehen insbesondere das Risiko der schweren Infektion des Auges (Endophthalmitis) und die Netzhautablösung (Amotio retinae) im Vordergrund. Das Risiko hierfür ist zwar für jeden einzelnen Eingriff sehr gering, bei häufigeren Injektionen erhöht sich allerdings das Gesamtrisiko der Behandlung.

Laden Sie hier die Infobroschüre des Bundesverbandes deutscher Augenärzte zum Thema Makuladegeneration herunter.