Gemeinschaftspraxis Dr. Immo Pape & Dr. Henrik Pape

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Diabetische Retinopathie

Ein langjährig bestehender Diabetes mellitus schädigt die Blutgefäße des Körpers. Das Auge ist der einzige Ort des Körpers, an dem die Gefäße direkt beurteilt werden können, ohne dass darüber liegende Haut sie bedeckt. Somit sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen für Diabetiker extrem wichtig.

Der Diabetes kann am Auge verschiedenste Veränderungen bewirken, die im schlimmsten Fall zu einem Verlust des Sehvermögens oder sogar des gesamten Auges führen können. Erste Veränderungen können zumeist am Augenhintergrund beobachtet werden. Hier zeigen sich Veränderungen an den Blutgefäßen, die zu Blutungen oder Ödemen (Schwellungen) im Bereich der Netzhaut (Nervenfaserschicht des Auges) führen können.

Diabetische Retinopathie 1

Solange keinerlei Hinweise auf solche diabetischen Veränderungen am Augenhintergrund gesehen werden reichen jährliche augenärztliche Kontrollen. Wenn erste Abweichungen vom Normalbefund beobachtet werden, wird der Augenarzt die Beobachtungsintervalle entsprechend verkürzen.

Bei deutlichen Veränderungen wird eine Laserbehandlung notwendig. Hier wird in der Peripherie der Netzhaut ein Teil des Gewebes durch den Laser zerstört, um die Durchblutung und Sauerstoffversorgung im Zentrum zu verbessern. Durch diese Therapie ist keine Verbesserung des Sehens zu erreichen, es soll lediglich ein weiteres Fortschreiten der Schäden aufgehalten werden. Je nach Befund werden pro Auge ca. 1500 bis 3000 Laserherde benötigt. Diese werden in der Regel nicht in einer Sitzung platziert, sondern meistens können in einer Sitzung ca. 300 bis 500 Herde gesetzt werden. Somit sind in der Regel verschiedene Lasertermine nötig. Das Lasern ist meistens etwas unangenehm, über stärkere Schmerzen berichten nur wenige Patienten.

Diabetische Retinopathie 2

Bei fortgeschrittenen Befunden ist unter Umständen eine Operation zur Sanierung der Schäden erforderlich. Hierbei wird der sogenannte Glaskörper entfernt und je nach Befund eventuell ein Medikament in das Auge injiziert. Wenn ein grauer Star (Linsentrübung) vorhanden ist, kann dieser im selben Eingriff mit entfernt werden.

Der wichtigste Schutz für die Augen ist ein optimal eingestellter Blutzuckerspiegel. So können diabetische Augenkomplikationen vermieden oder zumindest deutlich hinausgezögert werden. Eine enge Zusammenarbeit von Patient, Hausarzt und Augenarzt ist empfehlenswert, um dieses Ziel zu erreichen und um eventuelle Schäden möglichst frühzeitig zu erkennen.